Depotentwicklung im 1. Halbjahr 2026

Dabei konzentrieren wir uns nicht auf einzelne Aktien, die sich kurzfristig stark im Kurswert verändert haben, sondern auf das große Ganze: Depotwertentwicklung, Gesamtperformance, Dividendeneinnahmen und Veränderungen im Portfolio.

Depotentwicklung im 1. Halbjahr 2026KI-generierte Grafik.

Das erste Halbjahr 2026 liegt hinter uns – ein guter Zeitpunkt, um einen Schritt zurückzutreten und die bisherige Entwicklung des Depots einzuordnen. Statt einzelne Tagesbewegungen oder kurzfristige Kursschwankungen zu betrachten, geht es in diesem Rückblick um die langfristigen Fortschritte auf dem Weg zum Vermögensaufbau und zu mehr finanzieller Unabhängigkeit. Im Mittelpunkt stehen deshalb nicht einzelne Gewinner oder Verlierer, sondern die Entwicklung des gesamten Portfolios.

Wie hat sich der Depotwert entwickelt? Welche Gesamtrendite konnte erzielt werden? Wie hoch waren die Dividendeneinnahmen und welche Veränderungen gab es innerhalb des Portfolios? Neben den wichtigsten Kennzahlen möchte ich auch erläutern, welche Entscheidungen ich im ersten Halbjahr getroffen habe und welche Erkenntnisse ich daraus für die kommenden Monate mitnehme. Denn langfristiger Anlageerfolg entsteht auf Basis einer soliden Strategie, die durch regelmäßiges Überprüfen und Hinterfragen immer wieder leicht feinjustiert werden kann. Das Wichtigste dabei ist, den Blick auf das Wesentliche – also das langfristige Anlageziel – nicht zu verlieren. Kurzfristige Entscheidungen und emotionales Handeln sind hier ganz klar kontraproduktiv.

Wertentwicklung und Performance

Wer ein Depot langfristig aufbaut, sollte seine Performance regelmäßig überprüfen. Nicht um kurzfristigen Kursbewegungen hinterherzulaufen, sondern um festzustellen, ob sich die eigene Investmentstrategie wie erwartet entwickelt. Die absolute Rendite eines einzelnen Halbjahres ist dabei nur eine Momentaufnahme. Entscheidend ist vielmehr, ob das Depot langfristig kontinuierlich wächst und den eingeschlagenen Kurs bestätigt.

Im ersten Halbjahr 2026 entwickelte sich das DividendenFreiheit-Depot insgesamt positiv. Der Depotwert erhöhte sich von 177.000 € auf 203.500 €. Diese Entwicklung ergibt sich aus zusätzlichen Einzahlungen in Höhe von rund 6.000 €, Kursgewinnen sowie reinvestierten Dividenden. Daraus ergibt sich eine durch Einzahlungen bereinigte Gesamtperformance von 12.5 %.
Im gleichen Zeitraum entwickelte sich der MSCI World um 12.0 % und der Vanguard FTSE All World HIGH Dividend Yield um 12.7 %. Ein direkter Vergleich ist jedoch nur bedingt sinnvoll, da mein Depot bewusst auf langfristig wachsende Dividendenunternehmen mit einer breiten Diversifikation ausgerichtet ist und nicht darauf abzielt, kurzfristig einen Index zu schlagen.

Die wichtigsten Kennzahlen auf einen Blick

account_balance_wallet

Depotwert alt

177.000 €
trending_up

Performance

+12,5 %
payments

Dividenden

2.793 €
savings

Ø Sparrate

1.000 €/Monat
account_balance

Einzahlungen

6.000 €
show_chart

Depotwert neu

203.500 €
Depotentwicklung H1 2026

Veränderungen bei den Einzelaktien

Das erste Halbjahr 2026 habe ich bewusst genutzt, um mein Depot weiter an meiner langfristigen Investmentstrategie auszurichten. Dabei ging es nicht darum, möglichst viele Transaktionen vorzunehmen oder kurzfristige Trends auszunutzen. Vielmehr habe ich bestehende Positionen kritisch hinterfragt und überprüft, ob sie auch heute noch zu den Anforderungen passen, die ich an ein langfristiges Dividendeninvestment stelle. Insgesamt wurden drei Unternehmen verkauft und zwei neue Positionen aufgebaut. Das Depot wurde dadurch nicht grundlegend verändert, aber in einigen Bereichen qualitativ weiter verbessert.


Den Anfang machte der Verkauf von General Dynamics. Das Unternehmen gehört zweifellos zu den qualitativ hochwertigsten Rüstungskonzernen weltweit und verfügt über ein attraktives Geschäftsmodell. Dennoch erschien mir die Bewertung nach den deutlichen Kursanstiegen der vergangenen Jahre zunehmend ambitioniert. Der gesamte Rüstungssektor wurde durch die geopolitischen Entwicklungen stark in den Fokus der Anleger gerückt und notierte aus meiner Sicht inzwischen auf einem Bewertungsniveau, das nur noch wenig Raum für Enttäuschungen ließ. Da ich grundsätzlich versuche, überbewertete Branchen zu meiden und langfristig eine möglichst attraktive Rendite auf mein eingesetztes Kapital zu erzielen, habe ich mich entschieden, die Gewinne zu realisieren und das frei gewordene Kapital in attraktiver bewertete Unternehmen umzuschichten.


Ebenfalls verkauft habe ich Lowe's. Obwohl das Unternehmen operativ weiterhin hervorragend aufgestellt ist und seit Jahrzehnten zu den zuverlässigsten Dividendenwachstumsunternehmen zählt, entfernte sich die Investmentstory zuletzt zunehmend von meinem persönlichen Schwerpunkt. Besonders kritisch sehe ich die kontinuierlich steigende Verschuldung, die vor allem durch umfangreiche Aktienrückkäufe begünstigt wurde. Gleichzeitig liegt der Fokus des Managements aus meiner Sicht heute stärker auf Kapitalrückführungen und Gewinnsteigerungen je Aktie als auf einer langfristig konservativen Dividendenpolitik. Für mein Depot möchte ich Unternehmen bevorzugen, deren Bilanz möglichst robust bleibt und deren Dividendenwachstum überwiegend aus einem steigenden operativen Cashflow finanziert wird.


Die wohl schwierigste Entscheidung war der Verkauf von UnitedHealth. Nach den starken Kursrückgängen bot sich zunächst eine interessante Erholungschance, die sich im Laufe des Halbjahres auch realisierte. Dennoch blieb das politische und regulatorische Risiko aus meiner Sicht außergewöhnlich hoch. Veränderungen im US-Gesundheitssystem, mögliche Eingriffe der Politik sowie die zunehmende öffentliche Diskussion über Kosten und Erstattungsmodelle sorgen dafür, dass die zukünftige Entwicklung nur schwer vorhersehbar ist. Da ich bei langfristigen Investments möglichst planbare Geschäftsmodelle bevorzuge, erschien mir das Chance-Risiko-Verhältnis nach der Kurserholung nicht mehr attraktiv genug.


Auf der Käuferseite stand zunächst Munich Re. Die Munich Re zählt seit Jahrzehnten zu den weltweit führenden Rückversicherungsunternehmen und überzeugt durch ein sehr stabiles und gleichzeitig sehr gut prognostizierbares Geschäftsmodell. Besonders schätze ich die konservative Unternehmenskultur, die starke Kapitalausstattung und die Fähigkeit, auch in schwierigen Marktphasen nachhaltig Gewinne zu erwirtschaften. Ergänzt wird dies durch eine ausgesprochen aktionärsfreundliche Dividendenpolitik mit einer langen Historie stabiler bzw. steigender Ausschüttungen. Für mein Depot stellt Munich Re damit einen defensiven Qualitätswert dar, der hervorragend zu meinem Fokus auf langfristig steigende Dividendeneinnahmen passt.


Neu aufgenommen wurde außerdem Rollins. Das Unternehmen gehört zu den weltweit führenden Anbietern im Bereich der professionellen Schädlingsbekämpfung und ist damit in einem Markt tätig, der vielen Anlegern auf den ersten Blick wenig Aufmerksamkeit bietet. Gerade diese Kombination aus einem wenig zyklischen Geschäftsmodell, einer starken Marktposition und wiederkehrenden Umsätzen macht Rollins für mich interessant.
Die Nachfrage nach den angebotenen Dienstleistungen ist aus meiner Sicht vergleichsweise unabhängig von konjunkturellen Schwankungen. Gleichzeitig erzielt das Unternehmen attraktive Margen und verfügt über eine starke Wettbewerbsposition. Nach einer deutlichen Kurskorrektur bot sich für mich erstmals seit längerer Zeit eine Bewertung, die einen Einstieg wieder interessanter machte.
Ich habe deshalb zunächst eine erste Teilposition aufgebaut. Entscheidend ist für mich dabei nicht die kurzfristige Kursentwicklung, sondern das langfristige Potenzial des Unternehmens. Ich sehe sowohl beim Gewinn als auch bei der Dividende noch erhebliches Wachstumspotenzial und damit eine interessante Ergänzung für mein langfristig ausgerichtetes Depot.

„Nicht jede Depotveränderung soll die Rendite des nächsten Quartals verbessern. Ziel jeder Transaktion ist es, die Qualität des gesamten Portfolios über viele Jahre hinweg weiter zu erhöhen.“

— DividendenFreiheit

Veränderungen bei den ETFs

Auch im ETF-Bereich habe ich mein Portfolio im ersten Halbjahr 2026 gezielt weiterentwickelt. Im Gegensatz zu den Einzelaktien standen hier jedoch keine größeren Umschichtungen im Vordergrund, sondern die kontinuierliche Verbesserung der Diversifikation und eine noch breitere Streuung über verschiedene Regionen und Investmentansätze. Insgesamt wurden drei neue ETFs in das Depot aufgenommen, während alle bestehenden ETF-Sparpläne unverändert weiterlaufen.

  • WisdomTree Emerging Markets Equity Income UCITS ETF (WKN: A12HUR):
    Weiterer Ausbau meiner Emerging-Markets-Allokation mit Fokus auf dividendenstarke Unternehmen und stabile Ausschüttungen.
  • L&G Global Quality Dividends UCITS ETF (WKN: A41L70):
    Neuaufnahme eines globalen Qualitäts-ETF mit Dividendenfokus und monatlicher Ausschüttung. Der zugrunde liegende Index kombiniert Qualitätsmerkmale mit einer nachhaltigen Dividendenwachstumsstrategie.
  • L&G Emerging Markets Quality Dividends Equal Weight UCITS ETF (WKN: A2QK9V):
    Ergänzung der Schwellenländer-Allokation um einen gleichgewichteten Qualitäts-ETF. Durch den Equal-Weight-Ansatz wird die Konzentration auf wenige Großunternehmen reduziert und gleichzeitig ein Fokus auf eine große Anzahl an Qualitäts- und Dividendenunternehmen gelegt.

Unabhängig von diesen Ergänzungen werden die jetzt im Depot enthaltenen ETFs weiterhin regelmäßig bespart. Die monatliche ETF-Sparrate beträgt 850 € und bildet einen wichtigen Bestandteil meines langfristigen Vermögensaufbaus.
Die ETF-Beimischung soll mein Depot nicht dominieren, sondern gezielt die Risiken eines reinen Einzelaktiendepots reduzieren und gleichzeitig Regionen sowie Unternehmen abdecken, die ich über meine Aktienpositionen nicht vollständig abbilden kann.

„Wesentliches Ziel meiner ETF-Beimischung ist eine Erhöhung der Diversifikation, sowie eine bewusste Reduktion des US-Anteils“

— DividendenFreiheit

Dividendenentwicklung

Ein besonderes Augenmerk liegt für mich auf der Entwicklung der Dividendeneinnahmen. Während Börsenkurse kurzfristig erheblichen Schwankungen unterliegen können, stellen regelmäßig steigende Dividenden einen objektiven und unmittelbar messbaren Fortschritt auf dem Weg zur finanziellen Unabhängigkeit dar. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 konnten die Dividendeneinnahmen von 2.300 € auf 2.793 € gesteigert werden. Dies entspricht einer Steigerung von insgesamt 493 € beziehungsweise durchschnittlich rund 82 € pro Monat.

Ein wichtiger persönlicher Meilenstein bleibt dabei mein langfristiges Ziel, die jährlichen Dividendeneinnahmen jedes Jahr um mindestens100 € pro Monat beziehungsweise 1.200 € pro Jahrzu steigern.
Im ersten Halbjahr 2026 konnte dieses Ziel zwar noch nicht vollständig erreicht werden, dennoch zeigt die Entwicklung mit einem Zuwachs von durchschnittlich 82 € pro Monat, dass ich mich weiterhin auf dem richtigen Weg befinde. Dieses Wachstum soll nicht ausschließlich durch neue Einzahlungen entstehen, sondern vor allem durch nachhaltiges Dividendenwachstum der Unternehmen sowie das konsequente Reinvestieren der Ausschüttungen. Letztendlich verstehe ich die 100-Euro-Marke nicht als starre Vorgabe für jedes einzelne Jahr, sondern als langfristigen Orientierungswert. Entscheidend ist nicht, ob ein Zwischenziel punktgenau erreicht wird, sondern dass das passive Einkommen über viele Jahre hinweg kontinuierlich wächst.

„Kurse zeigen den aktuellen Wert meines Depots – Dividenden zeigen den Fortschritt meiner finanziellen Unabhängigkeit.“

— DividendenFreiheit

Fazit

Das erste Halbjahr 2026 hat erneut bestätigt, dass konsequentes Investieren wichtiger ist als kurzfristige Marktbewegungen. Jede Sparrate, jede Dividende und jede durchdachte Depotanpassung bringt mich meinem langfristigen Ziel ein Stück näher. Genau deshalb werde ich auch in Zukunft den Fokus nicht auf kurzfristige Renditen, sondern auf den kontinuierlichen Aufbau eines stabilen und wachsenden Dividendeneinkommens legen.